Paderborner Wirtschaftsbrief

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Dienstag

5

Januar 2021

Das ändert sich in 2021

Geschrieben von , in der Kategorie Allgemein, Tipps

Das angelaufene Jahr bringt zahlreiche Neuerungen mit sich. Wir haben einige Punkte ausgewählt und für Sie zusammengefasst.

Corona-Bonus wird verlängert
Arbeitgeber können ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zum 31. Dezember 2020 einen steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1.500 Euro zahlen. Die Frist soll mit dem Jahressteuergesetz bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Wurde der Bonus bereits 2020 gezahlt, kann er jedoch 2021 nicht erneut genutzt werden.

Kurzarbeitsregelung
Die Corona-Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld werden verlängert. Das Beschäftigungssicherungsgesetz ist am 1. Januar 2021 in Kraft treten.

Umsatzsteuer wieder höher
Am 1. Januar 2021 fällt die coronagetriebene Umsatzsteuersenkung wieder weg. Die Sätze steigen wieder auf 19 % bzw. 7 %. Eine kleine Ausnahme gilt für die Gastronomie. Zwar steigt ab dem 1. Januar 2021 auch für sie die Umsatzsteuer bei außer Haus abgegebenen Speisen von 5 % auf 7 %. Bei einer Bewirtung vor Ort dürfen Gastronomen laut dem Corona-Steuerhilfegesetz allerdings noch bis 30. Juni 2021 die Speisen mit 7 % statt 19 % versteuern.

Grund­frei­betrag steigt
Der Grundfreibetrag, der die verfassungsrechtlich gebotene steuerliche Freistellung des Existenzminimums sicherstellt, wird ab 2021 um 336 Euro auf 9.744 Euro angehoben, ab 2022 um weitere 240 Euro auf 9.984 Euro. Der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen wird ebenfalls um 336 Euro bzw. weitere 240 Euro ab 2022 Euro erhöht.

Solidaritäts­zuschlag fällt weg
Der Solidaritätszuschlag wird für einen Großteil der Bürgerinnen und Bürger abgeschafft. Die Freigrenze beträgt bei der Einzelveranlagung künftig 16.956 Euro statt 972 Euro, bei der Zusammenveranlagung 33.912 Euro statt 1.944 Euro.

Einführung der Homeoffice-Pauschale
Für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 wird eine Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag, höchstens 600 Euro im Jahr, eingeführt. Steuerpflichtige können einen pauschalen Betrag von 5 Euro für jeden Kalendertag abziehen, an dem die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wurde.

Mindestlohn erhöht
Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2021 bei 9,50 Euro brutto. Bis zum 1. Juli 2022 wird er in mehreren Schritten auf 10,45 Euro steigen. Zudem erhalten Auszubildende künftig mindestens 550 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr.

Neues Sanierungs- und Insolvenzrecht
Das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts ist am 1. Janaur 2021 in seinen überwiegenden Teilen in Kraft getreten. Es soll das deutsche Sanierungs- und Insolvenzrecht modernisieren und effektiver ausgestalten.

KfW-Programm verlängert
Die Bundesregierung verlängert das KfW-Sonderprogramm, einschließlich des KfW-Schnellkredits, bis zum 30. Juni 2021, um Unternehmen weiterhin mit Liquidität zu versorgen. Der KfW-Schnellkredit steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbständigen zur Verfügung, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.

Neue einheitliche Gewinngrenze und weitere Verbesserungen für Investitionsabzugsbeträge (§ 7g EStG) ab dem Veranlagungszeitraum 2020
Mit Investitionsabzugsbeträgen können unter bestimmten Voraussetzungen Abschreibungen für künftige Investitionen vorgezogen werden. Einheitlich gilt neuerdings eine Gewinngrenze von 200.000 Euro für die Inanspruchnahme der Abzugsbeträge. So wird in dem betreffenden Jahr die Steuerbelastung gemindert. In der Gesamtschau ergibt sich ein Liquiditätsvorteil. Darüber hinaus werden die begünstigten Investitionskosten von 40 auf 50 Prozent erhöht und vermietete Wirtschaftsgüter können künftig uneingeschränkt berücksichtigt werden.

Pendlerpauschale
Für Berufstätige steigt die Pendlerpauschale ab dem 21. Entfernungskilometer des Arbeitsweges um 5 Cent auf 35 Cent, egal ob sie mit dem Rad, dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren.

CO2-Steuer
Unternehmen, die Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel verkaufen, müssen für jede Tonne CO2, die durch den Verbrauch dieser Stoffe entsteht, ein Zertifikat kaufen. Im Jahr 2021 kostet der Ausstoß einer Tonne Kohlen­dioxid 25 Euro. Danach steigt der Preis jähr­lich in 5-Euro-Schritten bis auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025. Dazu kommt jeweils noch die Mehr­wert­steuer.

Einwegplastik verboten
Nicht mehr verkauft werden dürfen ab 3. Juli 2021 Watte­stäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rühr­stäbchen und Luft­ballons­täbe aus Kunststoff sowie To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor. Damit setzt die Bundes­regierung ein Verbot in Deutsch­land um, das in der gesamten Europäischen Union (EU) gilt. Die Herstellung von Einwegplastik ist dann EU-weit verboten.

Elektronische Patientenakte
Mit dem Start der elektronischen Patienten­akte Anfang 2021 schreitet die Digitalisierung des Gesund­heits­wesens weiter voran. Die E-Akten, die Krankenkassen ihren Versicherten zur freiwil­ligen Nutzung ab 1. Januar anbieten, speichern etwa Befunde, Röntgen­bilder und Medikamentenpläne, aber auch Angaben aus Impf­ausweis und Mutterpass.

Beitragsbemessungsgrenze
Seit 1. Januar gelten die neuen Rechengrößen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2021 bei 58.050 Euro (monatlich 4.837,50 Euro). Die Versicherungspflichtgrenze liegt bei 64.350 Euro (monatlich 5.362,50 Euro).

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